Kalender 2022: Jüdische Schicksale im Landkreis Fürstenfeldbruck. Zwölf Frauen im Porträt

 

© Elisabeth Lang
Jüdische Schicksale im Landkreis Fürstenfeldbruck: Mein Frauenkalender für 2022 macht zwölf von ihnen sichtbar. Entstanden ist er durch die Vorbereitung der neuen Sonderausstellung am Jexhof: „Die Unsichtbaren sichtbar. Jüdische Biografien aus der Brucker Region“.

Der Landkreis Fürstenfeldbruck hatte von jeher einen geringen jüdischen Bevölkerungsanteil. Dem entsprechend sind von hier auch nur wenige jüdische Schicksale bekannt. So etwa das der aus Würzburg stammenden Malerin Johanna Oppenheimer, die von 1919 bis zu ihrer Deportation nach Theresienstadt in Schöngeising gelebt hatte. Ihr Porträt ziert das diesjährige Titelbild.

Mania Knobloch: ein Beispiel für jüdische Schicksale unter den KZ-Überlebenden

Charlotte Knoblochs Schwägerin Mania war 13 Jahre alt und wog noch 16 Kilo, als sie ins DP-Hospital St. Ottilien eingeliefert wurde. Nachdem Benediktinerschwestern sie hier gesund gepflegt hatten, lebte sie mit ihren beiden Schwestern vorübergehend in Geltendorf. Von da aus fuhr sie gerne ins Brucker Café Härtl zum Tanzen.

Mania Knobloch (5. v. l.) bei ihrem Besuch in Fürstenfeldbruck 2007 © Landratsamt Fürstenfeldbruck

Therese Giehses Mutter in Fürstenfeldbruck

Selbst Frauen, die tief im 19. Jahrhunderts geboren wurden, bekamen den NS-Terror noch zu spüren. So etwa Gertrude Gift, die Mutter der Schauspielerin Therese Giehse. Aufgewachsen war sie in New York, dann zog sie mit ihren Eltern nach München. Bald heiratete sie. Ihre Tochter, die berühmte Schauspielerin Therese Giehse musste kurz nach der Machtübergabe 1933 fliehen. An ihrer statt nahm die Gestapo den älteren Bruder Max in Haft. Vermutlich zog Gertrude Gift nach Fürstenfeldbruck, um sich der aufgeheizten Situation in München zu entziehen.

Jüdische Schicksale: Therese Gift
Therese Gift © Monika Sperr / Renate Schmidt

Ebenfalls betroffen: die nicht-jüdischen Ehepartner

Jüdische Schicksale trafen auch die von der NS-Propaganda so genannten „arischen“ Ehepartner. Die Brucker Katholikin Lilly Lehmann besorgte ihrem jüdischen Ehemann ein Versteck, in dem er bis Kriegende untertauchen konnte. Auch sie und somit das Schicksal ihres Mannes, stelle ich im Kalender vor.

Lilly und Bertold Lehmann © Jeanette Turrek

Weitere jüdische Schicksale

Die weiteren Frauen sind: Irma Löwenstein, ihre Schwester Anna Bär, deren Tochter Liselotte Goldmann, Ilse Schroeter und Anne-Lise von Branca aus Gröbenzell, Gretl Bauer aus Neu-Esting, Gisela Amode aus Maisach sowie Adelheid Amányi aus Olching.

Zu meiner großen Freude hat auch heuer wieder Ruth Strähhuber das Layout übernommen.
Der Kalender im Format DIN-A-4 kostet 14,95 Euro und ist über sämtliche Buchhandlungen im Landkreis, die Literaturhandlung im Jüdischen Museum München, den Klosterladen St. Ottilien, das Bauernhofmuseum Jexhof, das Museum Fürstenfeldbruck, die Stadtbibliothek in der Aumühle, Herrn Aumüller von der Furthmühle in der Mühle und auf dem Bauernmarkt sowie über meine Homepage www.textwerkstatt-ffb.de erhältlich.

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