„Amelie rennt“ läuft im Kino

© 360 Grad Verlag / Elisabeth Lang

 Mit Amelie rennt ist im Lichtspielhaus in Fürstenfeldbruck derzeit ein ganz besonderer Jugendfilm zu sehen. Die deutsch-italienische Produktion feierte auf der diesjährigen Berlinale ihre Premiere und hat seither schon mehrere Preise gewonnen, darunter den renommierten Kinderfilmpreis Der goldene Spatz.

Zeit ihres Lebens leidet die dreizehnjährige Amelie an Asthma. Wenn sie alle stationären Aufenthalte zusammenzählt, hat die Berliner Großstadtgöre schon mehr als ein Jahr ihres Lebens in Krankenhäusern verbracht. Doch sie will stark sein und versucht, ihre Krankheit selbst vor ihren Freundinnen zu verbergen. Nach einem erneuten lebensbedrohlichen Zusammenbruch wird sie von ihren Eltern in eine Spezialklinik nach Südtirol gebracht. Amelie will sich ihrer Krankheit nicht stellen, verweigert die Therapie und büxt aus der Klinik aus.

Amelie rennt davon

Anders, als von ihren Eltern erwartet, macht sich Amelie aber nicht auf den Weg zurück nach Berlin. Vielmehr flieht sie in die Berge. Hier trifft sie Bart, einen einheimischen fünfzehnjährigen, rothaarigen Lockenkopf, der unterwegs ist zum „Alpenbrennen“, einem Bergfeuer zur Sonnwende. Als Bart Amelie davon erzählt, dass ein Sprung über das Feuer Krankheiten aller Art heilen könne, will auch sie hin. Die Salven an Flüchen und Beleidigungen, die auf dem Weg nach oben zu verschiedenen Gelegenheiten auf ihn losprasseln, beeindrucken Bart jedoch nicht. Vielmehr kontert er mit Liebenswürdigkeiten wie „Du bist dumm wie eine Gurke“ oder „Muhackl“. Und er bringt es auf den Punkt: Amelie rennt nicht nur aus der Klinik, sondern vor sich selbst davon.
Doch auf dem Weg nach oben kommen die beiden einander näher und mit Barts Unterstützung kann Amelie, die zunehmend schwächer wird, ihr hoch gestecktes Ziel erreichen.

Nicht nur die beiden Protagonisten, auch die Zuschauer dürfen immer wieder Blicke in die grandiose Bergwelt Südtirols genießen und schließlich eintauchen ins Alpenbrennen, dessen Faszination man sich kaum entziehen kann.
Obgleich der Fokus der Geschichte auf Amelie und Bart liegt, werden wiederholt die Spannungen zwischen den getrennt lebenden Eltern sowie ihre Ängste um und ihre Liebe zu Amelie eingeblendet.  Das hilft, dem Film ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit zu geben.

Die Drehbuchautorin im Lichtspielhaus

Ich fand es sehr bereichernd, dass meine Tochter und ich bei einer Vorführung dabei sein konnten, bei der auch die Drehbuchautorin zugegen war. Natja Brunckhorst stand mit dreizehn Jahren selbst in der Rolle der Christiane F. in „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ vor der Kamera. Sie kennt das Filmgeschäft also von beiden Seiten, was ihren Blick für Nuancen sicherlich geschärft hat. Im Interview mit dem Kinobetreiber Markus Eisele erzählte sie von der Asthmaerkrankung ihrer eigenen Tochter, Wetterproblemen beim Dreh und verriet noch weitere spannende Details. Nach einer ausführlichen Fragerunde hat sie Interessierten auch noch die Buchfassung der Geschichte signiert.
Schade, dass nur wenige Zuschauer ins Lichtspielhaus gefunden haben. Der Film und das Treffen mit Natja Brunckhorst hätten ein weitaus größeres Publikum verdient!

Am Sonntag, 26.11., um 14:00 Uhr ist der Film im Lichtspielhaus nochmal zu sehen.

Natja Brunckhorst: Amelie rennt. 360 Grad Verlag, Schriesheim. 12,- EUR.

In Fürstenfeldbruck zu beziehen über:
• Klosterladen Fürstenfeld
• http://www.lichtblick-oase.de
• http://treffpunkt-wagner.de/ffb
• Weltbild Fürstenfeldbruck
• Wortraum Wohnen

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