Die letzte Karawanserei in Fürstenfeldbruck

© Elisabeth Lang

Am Luziatag spielte das Metropoltheater „Die letzte Karawanserei“ im Veranstaltungsforum in Fürstenfeldbruck. Das Stück über Geflüchtete hatte das Ensemble aus München seit Juni 2016 im Programm.

Luzia steht mit Verfolgten und Geflohenen in engem Zusammenhang: Mit einem Lichterkranz im Haar ging sie in die dunklen Katakomben von Syrakus und brachte den verfolgten Christen in den Katakomben von Syrakus Essen und Trinken. – Vor über 1700 Jahren!
Und was hat sich heute, hunderte von Jahren später, geändert? Wir wissen, dass die Erde eine Kugel ist, die sich um die Sonne dreht. Wir haben Autos, Kühlschrank und Waschmaschine, wir haben das menschliche Genom entschlüsselt und und und. Die Christen werden nicht mehr verfolgt und getötet in Europa. – In Europa. Zurzeit. Aber wie schaut es in anderen Teilen der Welt aus? Und aus welch anderen oft absurden Gründen werden heutzutage Menschen weltweit entwürdigt, misshandelt und getötet? Wo sind Lichtgestalten wie Luzia heute? Wird es jemals genügend von ihnen geben?

Die Schicksale stehen auch für die der Geflüchteten in Fürstenfeldbruck

In der „letzten Karawanserei“ wird den Zuschauern am Beispiel verschiedener Flüchtlingsschicksale das Elend und Dunkel dieses Millionenheeres eindrucksvoll, berührend und verstörend vor Augen geführt. Die Darstellung der zusätzlichen Gefährdungen, denen geflüchtete Frauen ausgeliefert sind, nimmt dabei einen breiten Raum ein. Die Darbietung einzelner Schicksale ist so intensiv, dass es mitunter kaum zu ertragen ist. Deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich die Zuschauerplätze nach der Pause sichtbar gelichtet haben.
Das Stück ist aus über 400 Interviews entstanden, welche die Regisseurin Ariane Mnouchkine nach der Jahrtausendwende mit Geflüchteten geführt hat. Herausgekommen ist ein Kaleidoskop menschlicher Tragödien, die stellvertretend stehen für die Entwürdigung zahlloser Menschen überall auf der Welt.

Luzia ist seit Jahrhunderten eine Lichtbringerin und wird als Heilerin bei Augenleiden angerufen. Ariane Mnouchkine möchte uns mit ihrem Stück die Augen öffnen für das Elend der Geflüchteten heute. Wenn alle unsere Augen gewandelt würden in leuchtende Sterne – wie hell wäre es doch in unserer Welt!

Für alle, die ein wenig Licht bringen wollen, stellvertretend für mehrere Asylhelferkreise im Landkreis Fürstenfeldbruck: http://www.asylhelfer-ffb.de/

Mehr zum Metropoltheater unter:  http://metropoltheater.com/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.